Außerordentliche Vereinsmitteilung: Zukunft
des Schulbetriebs
Liebe
Vereinsmitglieder!
In der letzten
Zeit überschlagen sich die Ereignisse und es haben sich einige Dinge
unseren Schulbetrieb betreffend ergeben. Darüber – und die sich daraus
ergebenden Folgen – möchten wir Euch heute mit dieser Mitteilung
informieren.
Vor kurzem hat
Familie Vollmers den Hallenboden erneuert, was erhebliche Auswirkungen
auf die künftige Nutzung durch den Schulbetrieb hat. Leider ist unser
Verein vorab nicht darüber informiert worden. Aufgrund der Belastung
durch den Reitschul- und Voltigierbetrieb verschleißt der Boden nach
Aussage der Familie Vollmers sehr schnell. Dies soll nun vermieden
werden und der Voltigierbetrieb nach Ende der Sommerferien auf dem Hof
Barge so schnell wie möglich eingestellt werden. Auch das
Voltigierholzpferd „Nico“ und das Sprungbrett sollen ab sofort nicht
mehr auf dem neuen Hallenboden aufgebaut werden. Familie Vollmers
dringt daher darauf, den Voltigierbetrieb an einen anderen Standort zu
verlegen.
Im Herbst und
Winter kann auf dem Außenplatz nicht voltigiert werden, da es einfach zu
kalt und nass ist. Unsere Voltigierpferde werden auch im „normalen“
Reitunterricht eingesetzt und verdienen dort ihr Futter, weswegen wir
die Sparte Voltigieren nicht vom Reitbetrieb abkoppeln können. Wenn es
eine Möglichkeit gäbe, die Voltigierpferde vereinsnah unterzustellen,
ließe sich das zwar realisieren, aber unsere Anfrage in einem anderen
Stall bezüglich der Unterbringung von zwei Voltigierpferden und dem
Voltigierunterricht verlief leider negativ.
Für die Trainer
wäre eine Unterbringung einzelner Schulpferde an einem anderen Ort eine
unzumutbare Zusatzbelastung, da sie die Pferde hin- und
hertransportieren müssten. In dieser Zeit könnten sie zudem ihrer
Aufsichtspflicht nicht nachkommen. Außerdem müssen wir im Krankheitsfall
mit dem Einsatz der Pferde flexibel sein.
Das Voltigieren
betrachten wir – satzungsgemäß – als Baustein unseres gemeinnützigen
Auftrags, weswegen wir diese Sparte nicht einstellen wollen. Es ist bei
uns der einzige Teamsport und auch der preisgünstigste, sowie ein
wichtiger Einstieg in den Umgang mit dem Pferd!
Familie Vollmers
möchte dem Verein für den Reitunterricht künftig nur noch zwei Stunden
pro Tag die Halle zur Verfügung stellen und regt an, den
Schulpferdebestand von derzeit 12 auf 8 - 10 Pferde zu reduzieren,
sodass man im Schulstall auch die Möglichkeit zum Einbau einer
abschließbaren Sattelkammer hätte.
Gesa Gatzke
(Vorstand Finanzen) hat aufgrund dieser Informationen gründlich
durchgerechnet, wie sich der Schulbetrieb unter diesen Umständen
finanziell noch tragen kann. Sie ist zu dem Schluss gekommen, dass der
Reitunterricht aufgrund der geringeren Stundenanzahl und bei weniger
Pferden so teuer werden würde, dass viele Schulreiter sich den
Reitunterricht nur schwer oder vielleicht sogar gar nicht mehr leisten
könnten oder wollten.
Hinzu kommt eine
zusätzliche Preissteigerung aufgrund gestiegener Boxenmiete ab 1.
Oktober 2011, wegen der wir bereits die Preise für den Reitunterricht
anheben mussten, um kostendeckend arbeiten zu können. Dies alles kann
nicht in unserem Sinne sein, da besonders viele Kinder und Jugendliche
bei uns reiten und voltigieren und auch in Zukunft den Umgang mit den
Pferden mit Freude bei uns lernen sollen. Reiten als Breitensport kann
nicht das gleiche kosten wie im Turnierbereich. Schulpferde
abzuschaffen sollte auch eines der letzten Mittel sein, zu denen wir
greifen. Wir schätzen unsere „Schulis“ sehr und solange sie fit sind und
mit Spaß bei der Sache, werden wir sie alle behalten. Sie sind genauso
Vereinsmitglieder wie ihr!
Die
Gesamtsituation ist also sehr unglücklich für den Verein und besonders
für den Schulbetrieb. Der Schulbetrieb ist das Herz unseres Vereins: die
Hälfte unserer Mitglieder ist unter 18 Jahre alt. Ohne Schulbetrieb
können wir unserem satzungsgemäßen Zweck nicht mehr so nachkommen, wie
er sich in den letzten Jahren entwickelt und bewährt hat. Deshalb musste
sich der Vorstand Gedanken über die Zukunft unseres Schulbetriebs und im
Grunde auch über die des gesamten Vereins machen.
Viele
Möglichkeiten kommen nicht in Frage:
Die Auflösung des
Vereins stand nie zur Diskussion. Wir sind mit Freude und Spaß bei der
Sache, lieben unsere Pferde und möchten auch in Zukunft nicht auf sie
und das Reiten, Voltigieren, Fahren und Züchten verzichten. Eine weitere
Voraussetzung: Der Schulbetrieb muss auf Stader Stadtgebiet bleiben,
damit wir nach wie vor gut erreichbar sind.
Kurzfristig und
eher zufällig hat sich die Möglichkeit eröffnet, mit dem gesamten
Schulbetrieb - also mit allen 12 Schulpferden, den 5 Ponys und „Nico“
- auf einen anderen Hof umzuziehen. Daraufhin wurde Familie Vollmers
in einem Gespräch vom geschäftsführenden Vorstand über diese Option
informiert und sie war sofort mit dieser Lösung einverstanden.
Aufgrund dessen
hat sich der Vorstand zu einem Umzug mit dem Schulbetrieb zum Aktivstall
der Familie Völkers in Stade Schölisch entschlossen, der uns Folgendes
bietet:
-
sehr schöne, helle Boxen
mit Paddocks
-
große Weiden
-
das durchdachte
Aktivstall-Konzept
-
eine helle Halle mit
Reiterstübchen und Toilette
-
eine beheizte und
abschließbare Sattelkammer
-
einen Außenreitplatz
(18x38 m)
-
leider (noch) keinen
Springplatz, aber die Halle steht für das Springen zur Verfügung
-
Wir dürfen unsere
Nissenhütte für die Ponys aufstellen.
-
Die bestehenden
Unterrichtszeiten werden beibehalten.
-
Das Voltigieren wird
weiterhin wie gewohnt stattfinden.
-
Auch die Ponys dürfen in
die Halle.
All dies liegt
preislich so, dass wir die Gebühren für die Reitstunden nicht weiter
erhöhen müssen.
Wir planen nun den
Umzug der Schulis für die Herbstferien. Die Pferde können sich dann in
Ruhe an die neue Umgebung gewöhnen und vor dem Winter noch auf die
Weide, was Ihnen sicherlich gut tun und beim Einleben helfen wird.
Familie Völkers freut sich auf den Einzug des Vereins und die damit
verbundenen Aktivitäten. Die „Schuli-Reiter“ werden wir über Aushänge im
Schulstall über den Terminplan und damit verbundene Aktivitäten auf dem
Laufenden halten.
Wir haben die
Zusage von Familie Vollmers, dass wir das Turnier- und Fahrgelände auf
dem Hof Vollmers zunächst bis 2017 entsprechend unserem Pachtvertrag für
unsere Turniere, Veranstaltungen und Lehrgänge nutzen und auch die Halle
für Turniere einplanen können. Eine vorzeitige Verlängerung des
Pachtvertrags (um die wir anlässlich des Bodenaustausches beim
Dressurviereck für die Beantragung von Zuschüssen gebeten hatten) möchte
Familie Vollmers zur Zeit nicht diskutieren. Wir hoffen, dass uns der
Turnier- und Fahrplatz auch nach 2017 zur Verfügung gestellt werden.
Wir haben Familie Vollmers erklärt, dass wir nach wie vor an einer
Verlängerung des Pachtvertrages interessiert sind, denn wir haben dort
nicht nur viel aufgebaut und investiert, sondern es steckt auch eine
Menge Herzblut darin.
Der Reit- und Fahrverein
Stade e. V. hat sich rund 20 Jahre auf dem Hof Vollmers und dem Gelände
in der Barger Heide zu Hause gefühlt und froh über die Entwicklung, die
sich schon länger abzeichnete, sind wir nicht. Die Interessen von
Familie Vollmers haben eine andere Richtung eingeschlagen als die des
Vereins und so haben wir uns in beiderseitigem Einverständnis für die
Kündigung entschieden. Alles in allem erscheint uns diese Lösung unter
den gegebenen Umständen und dem zeitlichen Druck, unter dem wir aufgrund
der anstehenden Beschränkungen stehen, ziemlich gelungen. Der gesamte
Vorstand steht dazu gerne Rede und Antwort, ob persönlich oder
telefonisch, per E-Mail oder Facebook. Falls ihr Fragen oder weitere
Anregungen habt, freuen wir uns über entsprechende Gespräche.
Die Zeiten ändern sich – aber jede
Veränderung hat auch immer etwas Gutes.
In diesem Sinne hoffen wir auf Euer Verständnis und hoffen, dass ihr
auch weiterhin mit viel Freude am Vereinsleben teilnehmen werdet!
Es grüßt Euch
herzlich
- im Namen des
gesamten Vorstands -
Stefanie Michels
(Vorstandsvorsitzende)
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